Die weiße Frau (27.05.2014)

 

 

Die weiße Frau

(27.05.2014)

 

 

Ich wandere am Wald entlang

und finde einen gold´nen Pfad.

Von weitem leuchtet er mich an,

sagt das nur ich, ihn sehen kann.

 

Das Leuchten windet sich durch Bäume,

führt mich beständig Richtung Ziel.

Ich schlüpfe durch die Zwischenräume,

in eine Welt der bunten Träume.

 

Die Äste sind mir gleichsam Tor

und Tür in eine andre Welt.

Kein anderer war hier zuvor,

der diesen gold´nen Pfad beschwor.

 

Was mag das Ziel der Reise sein,

wer führt mich und zeigt mir den Weg?

Woher kommt dieser helle Schein?

Ich spüre ich bin nicht allein.

 

Ich höre meinen Schritt nicht mehr,

kein Brechen kleiner, dürrer Äste,

kein Rascheln durch das Blättermeer,

ich stehe still und atme schwer.

 

Nebel wabert auf mich zu,

verwandelt sich zur Silhouette.

Die weiße Frau, stets ein Tabu,

mit barem Fuß, ganz ohne Schuh´.

 

Ein Lächeln das ins Herz mir fährt.

Schemenhaft seh´ ich sie wandeln.

Der kurze Blick, er war es wert,

und dennoch bin ich umgekehrt.

 

Ich lauf noch immer dort am Wald.

Doch fand ich diesen Weg nie mehr.

Wo ist der Zwischenraum, der Spalt,

der einst nur meinen Augen galt?

 

Wohin ging dieses Mythenwesen

wohin ging diese stille Seele.

Sie hat in meinem Herz gelesen,

wär ich nur mutiger gewesen.

 

 

 

 

Florian Greuling

 

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