Allein zu zweit (26.03.2013)

 

 

Allein zu zweit

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(26.03.2013)

 

 

Es klingelt wie immer, spät in der Nacht,

hab schon geträumt, nun bin ich erwacht.

Ich drücke die Taste, sie führt mich zu dir,

deine samtweiche Stimme, spricht wie immer zu mir.

 

Du erzählst mir dein Leben, den Sinn deiner Tage,

manchmal deutlich und klar, manchmal unheimlich wage.

 

Was sonst niemand weiß, dir vertrau ich es an,

Sünden und Wünsche, ein heißes Gespann.

 

Niemals gesehen und dennoch vertraut,

Sympathie nur durch Worte, leise und laut.

 

Deine Stimme ist fast wie ein Kuscheltier,

du bist weit weg, aber dennoch bei mir.

 

Die Worte schmiegen sich wie ein Kissen ans Ohr,

weich und behaglich, sag, was hast du vor?

 

Wir tanzen in Sätzen, bis der Schlaf uns bedeckt,

bis uns wieder bei Nacht, der Klingelton weckt.

 

Jeder für sich, ein Punkt in der Zeit,

vergehen Nächte zu zweit, in Einsamkeit.

 

 

 

Florian Greuling

 

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