Empire (01.05.2012)

 

 

Empire

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(01.05.2012)

 

Hoch, wie uns´re höchsten Ziele,

bauen wir dem Himmel nah.

Mit der Spitze in den Wolken,

noch ein Stück, dann sind wir da.

 

Wir lassen uns´re Blicke schweifen,

soweit wir sehen können Stadt.

Zum Horizont und noch viel weiter,

reicht, was sich ausgebreitet hat.

 

Ein Labyrinth scheint es zu sein,

betrachtet man es jetzt von oben.

Ein wahres Spinnennetz aus Wegen,

hat die Menschheit hier gewoben.

 

Eilig sieht man kleine Punkte,

die durch die langen Gassen wandern,

dazwischen Kutschen aus Metall,

in ihnen fahren alle andern.

 

Manche scheinen gar verschlungen,

steigen sie ab, ins dunkle Tief.

Man denkt sogleich an Minotaurus,

der durch ganz gleiche Gänge lief.

 

Ein Labyrinth auch unter Tage,

und noch mehr Wege zu bereisen.

Zu Fuße jedoch nur zum Teil,

das größte Stück davon auf Gleisen.

 

Doch dort, ein grüner Streif im Grau,

man wagt den Augen nicht zu trauen.

Als hätte man doch glatt vergessen,

auch diese Fläche zu bebauen.

 

Man hört es fast: "Steigt jetzt hinab."

Der Ruf wird bis hinauf geweht.

Auf einmal ist man wieder selbst,

ein Punkt, der dort am Boden geht.

 

 

Florian Greuling

 

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