Untergrund (17.03.2012)

 

 

Untergrund

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(17.03.2012)

 

Viele Stufen führen hinab ins Dämmerlicht der Neonröhren.

Rauschen, Quietschen, hallende Schritte,

der Puls der Stadt ist gut zu hören.

 

Menschen stehen oder rennen, gehetzt von ihrem Tagesplan.

Anonym und ohne Namen,

schauen sie verstohlen die Anderen an.

 

Im Takt der Großstadtsymphonie, entführt in Kutschen ganz aus Stahl,

kommen sie an und gehen wieder,

in unermesslich großer Zahl.

 

Blaues Blitzen in den Röhren, man hört, wie die Elektrik knistert

und manchmal auch den Strom im Kabel,

der seine eignen Reime flüstert.

 

Brütend heiß an manchen Stellen und kalte Zugluft andern Orten.

Kaleidoskop für alle Sinne,

ein Wechselspiel aus vielen Sorten.

 

Süßlich herb sind die Aromen, die uns mit Reizen überfluten.

Es ähnelt einem Aderlass,

wenn Menschen aus den Zügen bluten.

 

Der nächste kommt in zwei Minuten und diesmal wird es meiner sein.

Die Bremsen quietschen bis zum Stillstand,

die Tür geht auf, ich steige ein.

 

 

Florian Greuling

 

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